Die Raben (von der Schönheit)

Grad sah ich einige Raben,
fast schon vom Zwielicht verschluckt,
im brechenden Himmel sich baden,
erst, und dann niedergeduckt
im gleichfarb’nem dichten Geäste
sich niederlassen zur Nacht.
Ihr flackerndes Auge bewachte
verlorene Schätze: die Reste
zerbrochener Scheiben,
die, längst vergessen von uns,
Kostbarkeiten doch bleiben
in anderem Auge.

Gläsern, die Perle. Tropfend im Staube
rollte sie tanzend hinab,
und ihre Brüder im Kampfe
folgten als nasse Armee
stürzend ihr nach in die reißende See
einer Pfütze. Die Raben, ganz glatt
nun gewaschen, standen an Glanze
dem flüchtigen Spiegel nicht nach.

Fast schon schlief ich
doch Gott sei Dank rief mich
ihr heiseres Krächzen noch wach.

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