Was soll I

Was soll die Welt, wenn niemand ist, der sie noch lebt?
Auf blassen Schultern trägt man sie wie Puderstäube auf;
ein Blick, ein Wort;  Philosophie, das pflegt man auch –
(in Schränken zu bewahren, alphabetisch abgelegt), –

Ein großer Tand sind wir, im Dache wirr gestapelt,
wie zerspielte Puppen undankbarer Kinder,
bloß ein Schulterzucken, träge, keinem Finder
Lohn, sind lieblos in die Nacht dahingekrakelt.

Es blättert von den Wänden, fällt von nahem, diesmal,
nicht von weit in unsre Straßen, in dein Haar:
wie eine Blüte, doch du weißt nicht, was das war, –
und wenn ich suche, find ich alle Dinge fahl,

wie dich; und der Versuch hindurchzugehen, dieses Streben,
Streben nach, schlug fehl – man hat es aufgegeben.
Hier leuchtet nichts. Das Wort hat sich gar selber abgesprochen,
es hat sich, gläsern, auf die Zungen kleingebrochen –

man muss kauen, bis es knirscht, und dann auch schlucken.

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